Die
Parapsychologie ist eine Sozialwissenschaft, deren Aufgabe es ist,
die in allen Kulturen anzutreffenden Berichte von "übernatürlichen"
Geschehnissen auf ihren rationalen Kern hin zu untersuchen. Neben
dem Studium überlieferter Berichte sind die Untersuchung spontan
auftretender Phänomene und Experimente im Labor weitere Forschungsbereiche.
Die
Bezeichnung hat sich in den meisten westlichen Ländern eingebürgert
und Ausdrücke wie "wissenschaftlicher Okkultismus"
und andere abgelöst. Daneben wird in ähnlicher Bedeutung
der Begriff Grenzwissenschaften verwendet.
Für
viele Jahrzehnte war es das Hauptanliegen der Parapsychologie, ihren
Gegenstand erst einmal als existent zu beweisen. Mittlerweile ist
das, zumindest nach Ansicht weiter wissenschaftlicher Kreise gelungen.
Die zu untersuchenden Phänomene betreffen im wesentlichen zwei
Bereiche:
Aussersinnliche
Wahrnehmung (ASW):
Dazu gehören unter anderen die Telepathie, das Hellsehen, die
Präkognition (Vorauswissen), das heisst Erfahrungen bewusster
psychischer Inhalte, die nicht durch die bekannten fünf Sinne
vermittelt werden.
Psychokinese (PK):
Mechanische Wirkungen auf Körper oder materielle Systeme, die
vorderhand nicht physikalisch erklärbar sind.
In beiden Fällen wird als Ursache der Phänomene eine psychische
Kraft vermutet, der man den Namen Psi gab.
Psi ist der 23. griechische Buchstabe und der Anfang der Wortes
"Psyche"= Seele. Mittlerweise gibt es unzählige wissenschaftliche
Untersuchungen, die weitgehend unbeachtet in Fachzeitschriften publiziert
werden. Gerade auf dem Gebiet der neueren Parapsychologie gibt es
viele Experimente, die sich statistisch erfassen lassen und alle
Kriterien der Wissenschaftlichkeit erfüllen.
Die
Parapsychologie leistet in ihrer Untersuchung psychischer und physischer
Erscheinungen einen Beitrag zu einem neuen Bild von Mensch, Welt
und Wissenschaft, dessen Bedeutung ständig wächst.
Die
drei grossen parapsychologischen Schwestervereinigungen der Schweiz
machen es sich zur Aufgabe diese Forschungen einem breiten Publikum
in einer verständlichen Form zugänglich zu machen.
Der naturwissenschaftliche Zugang kann nur den materiellen Anteil
dieser Erfahrungen nachweisen. Paranormale Erlebnisse umfassen aber
den ganzen Menschen, sie wühlen seine Gefühle auf, erschüttern
sein Weltbild und konfrontieren ihn mit religiösen Fragen.
Die drei Gesellschaften sind kompetente Ansprechpartner für
Menschen mit aussergewöhnlichen Erfahrungen und helfen ihnen
diese einzuordnen und damit umzugehen.
Der
Ausdruck ESOTERIK stammt vom griechischen Wort "esoterikos"
ab und bedeutet "zum inneren Kreis gehörend". Es
handelte sich hier um Geheimlehren, die dem Volke vorenthalten und
nur einigen Eingeweihten zugänglich waren.
Heute
ist Esoterik ein Sammelbegriff geworden für eine Vielzahl von
Techniken und spirituellen Lehren, die öffentlich angeboten
werden. Astrologie, Numerologie, Tarot, geistiges Heilen, Medialität,
Reinkarnationstherapie sind nur eine kleine Auswahl von Themen,
die unter dem Begriff der Esoterik eingestuft werden. Es gibt heute
eine schier unüberblickbare Fülle von Büchern, Kursen
und Hilfsmitteln. In diesem Wirrwarr von Angeboten fehlt leider
eine Qualitätskontrolle, so dass es für den Laien schwierig
ist, sich darin zurechtzufinden und die Spreu vom Weizen zu trennen.
Es ist deshalb das Bestreben der drei Schwestervereinigungen streng
auf Seriosität zu achten, indem sie nur mit anerkannten Fachleuten
zusammenarbeiten und sich bemühen, interessierten Personen
eine Orientierungshilfe zu geben.
Wortbedeutung
und Etymologie
Wörtlich
bedeutet der griechische Begriff mit dem Adjektiv
das innere, innerliche, verborgene, geheime Wissen und
zum inneren Kreis gehörig (esôteros
das Innere). Das Wort Esoterik bezeichnet traditionell
und nach seiner Etymologie demnach eine Geheimlehre, die nur Eingeweihten
zugänglich gemacht wird (Arkanprinzip); im Gegensatz dazu bezeichnet
der Begriff der Exoterik eine offene und für jeden zugängliche
Lehre. Im heutigen Sprachgebrauch wird die Bedeutung des Wortes
aber meist übergangen, und das eigentlich Exoterische wird
esoterisch genannt.
Esoteriker
verstehen meist Esoterik als die auf das Innere bezogene Lehre,
also auf seelische, spirituelle Ursachen. Exoterisch sind nach dieser
Deutung Betrachtungsweisen, die sich auf die fünf Sinne des
Menschen und den Verstand konzentrieren und spirituelle Zusammenhänge
eher verneinen.
Esoterische
Weltanschauung
Da
es sich, im Gegensatz zur Spiritualität, bei der Esoterik nicht
unbedingt um ein persönliches religiöses Erleben handelt,
sondern um eine Vielzahl einzelner Angebote und Wege zur Realisation
einer individuellen religiösen Erfahrung, lässt sie sich
kulturell und soziologisch nur sehr beschränkt festlegen.
Die
traditionelle Aufteilung in eine öffentliche und eine geheime
Lehre, wie sie zum Beispiel von den Rosenkreuzern praktiziert wird,
gilt für die heutige Esoterik meist nicht mehr. Allerdings
wird von vielen Esoterikern behauptet, man könne esoterische
Lehren nur nach langjährigem Studium verstehen und beurteilen.
HYPNOSE
Als
Hypnose (von Hypnos, dem griechischen
Gott des Schlafes) wird entweder das Verfahren zum Erreichen einer
hypnotischen Trance bezeichnet, die durch vorübergehend geänderte
Aufmerksamkeit und meist tiefe Entspannung gekennzeichnet ist. Oder
der Begriff bezeichnet den Zustand der hypnotischen Trance, der
durch eine hypnotische Induktion erreicht wird. Die Begriffe "Hypnose"
und "Trance" werden häufig synonym verwendet, wobei
"Trance" nur für den Zustand steht, "Hypnose"
hingegen den Zustand sowie das Verfahren bezeichnen kann. Der Begriff
"Hypnose" stammt vom griechischen Wort hypnos, da man
in der Anfangszeit der Forschung davon ausging, dass es sich um
einen schlafähnlichen Zustand handelt.
In
diesem Zustand sind sowohl die Ansprechbarkeit des Unbewussten als
auch die Konzentration auf eine bestimmte Sache stark erhöht,
die Kritikfähigkeit des Bewusstseins in gleichem Maße
reduziert. Dadurch können bestimmte Phänomene verstärkt
oder überhaupt erst wahrgenommen werden, wie beispielsweise
Änderungen des Bewusstseins und des Gedächtnisses, Kontrolle
des vegetativen Nervensystems, vermehrte Empfänglichkeit für
Suggestionen sowie für normales Bewusstsein ungewöhnliche
Reaktionen und Vorstellungen. Die Definition ist nur vage, da die
physiologischen Vorgänge noch immer erforscht werden. Der Zustand
der Hypnose ähnelt natürlichen, spontan auftretenden Zuständen,
die man vor allem beim Einschlafen und Aufwachen sowie bei Tagträumen,
konzentriertem Lesen eines Buches oder Schauen eines Films erleben
kann: Die Wahrnehmung ist eingeengt und die Konzentration des Bewusstseins
auf eine bestimmte Sache gerichtet (das Buch, der Film oder aber
die Worte des Hypnotiseurs).
Der
Bewusstseinszustand unter Hypnose ist jedoch ein besonderer Wachzustand
des Unbewussten während das Bewusstsein ruht und weder mit
dem des Schlafes noch mit dem des normalen Wachseins gleichzusetzen.
Das Phänomen der Fixiertheit auf eine Sache treffen die Bezeichnungen
Einideeigkeit oder Monoideismus recht gut.
Daher wurden diese Begriffe als Ersatz für die Bezeichnung
Hypnose vorgeschlagen, auch, um Hypnose deutlicher vom
Schlaf und von der Showhypnose abzugrenzen.
Hypnose
findet in der Hypnotherapie Anwendung. Ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich
gut belegt. Insbesondere wurden mit den Methoden der Kernspinresonanztomographie
(MRT) und der Elektroenzephalographie (EEG) hirnphysiologische Korrelate
von Trance-Zuständen klar nachgewiesen. Der Einsatz der Hypnose
in der Medizin und in der Psychotherapie ist gesetzlich geregelt.
Sie gehört zu den von den deutschen Krankenkassen anerkannten
Leistungen.
Erleben,
Reaktionen und Wirkungen der Hypnose sind sehr individuell. Da sie
immer nur dem Hypnotisanden zugesprochen werden kann, die Trance
als solche also vom Hypnotiseur unabhängig ist, könnte
alles und jeder hypnotisieren. Ob eine Hypnose die gewünschten
Erfolge erzielt, ist immer von der inneren Einstellung des Hypnotisanden
abhängig. Diese Tatsachen werden häufig mit Jede
Hypnose ist eine Selbsthypnose zusammengefasst. Jedoch sind
Kompetenz des Hypnotiseurs und Vertrauen in ihn ebenfalls notwendig,
im Falle einer Selbsthypnose also Selbstvertrauen.
PROPHETEN
Ein
Prophet (v. griech.: pro-phetes = (wörtlich etwa:) Vor-Sager)
ist ein Verkünder und Ausleger einer Gottesbotschaft. Er ist
mit einem besonderen Charisma begabt und empfängt die göttlichen
Weisungen meist durch Gesichte (Visionen) oder das Hören
einer Stimme (Auditionen).
In der Alltagssprache bedeutet Prophet auch einen Menschen, der
die Zukunft voraussieht oder Zukunftsbezogene Aussagen macht.
Das
Alte Testament der Bibel kennt eine Reihe von Propheten. Oft traten
sie als Warner des Volkes Israel auf und bildeten einen Gegenpol
zu Priesterschaft und Königtum. Eine wichtige Rolle spielten
sie zur Zeit des Babylonischen Exils. Die Geschichte der Propheten
und ihre Weissagungen sind im Alten Testament überliefert.
Im Neuen Testament erscheinen einzelne christliche Propheten, jedoch
nicht in herausragenden Rollen; so etwa Agabus, der Paulus seine
Gefangennahme prophezeit.
Im
Islam wird Mohammed als Prophet (rasul) und zwar als letzter
und größter bezeichnet, weil er die Suren des
Korans durch göttliche Inspiration empfangen und aufgeschrieben
habe. Nach islamischer Auffassung stellt der Koran die letzte Offenbarung
Gottes dar, weshalb Mohammed die Reihe der Propheten endgültig
abschließt (Siegel der Propheten). Zu diesen werden Isa (Jesus)
und Johannes der Täufer ebenso gerechnet wie die zentralen
Kulturstifter-Gestalten des alten Testaments wie Adam, Nûh
(Noach), Ibrahim (Abraham) und Mûsa (Moses), außerdem
Hud und Saleh aus der arabischen Überlieferung sowie etliche
weitere biblische Gestalten. Die im Christentum als "Propheten"
im engeren Sinne bezeichnteten Personen spielen dagegen im Islam
eine geringere Rolle
Weibliche
Propheten
Die
Geschichte und die Bibel kennen eine lange Reihe von weiblichen
Propheten. Sie handeln in manchem anders als ihre männlichen
Pendants und sind in ihrer Rolle weniger festgelegt. So hat z.B.
Miriam, die Schwester des Mose, ihre Verkündigung durch Tanz
unterstrichen und das Volk auch zum Singen animiert, ähnlich
wie später Deborah.
Im
Judentum und im Christentum ist das überlieferte Bild weiblicher
Propheten im wesentlichen ähnlich, aber meist ganzheitlicher
als jenes der Männer. Auch nimmt die Verkündigung und
die Ermutigung einen größeren Raum ein, während
das warnende Element zurücktritt.
In
manchen Kulturkreisen wird die Gabe der Weissagung und des Kerygma
(Verkündigung) den Frauen sogar häufiger als männlichen
Sehern zugesprochen - wie mehrfach in der Ilias des Homer und bei
sogenannten Orakeln festzustellen ist. Auch das Alte bzw. das Neue
Testament berichtet an vielen entscheidenden Stellen, dass eine
mutige Frau als erstes die zutreffende Erkenntnis aussprach und
den Gang der Dinge beschleunigte - z.B. beim Auszug der Israeliten
aus Ägypten die o.e. Mirjam, und Maria von Magdala bei der
Auferstehung Christi.
Bedeutende
Prophetinnen im Judentum
* Miriam - ältere Schwester des Mose und Aaron
* auch Sarah, Rebekka und Esther wirkten als prophetische Verkünderinnen
in Krisenzeiten
* Deborah, die auch Richterin war, um 1100 v. Chr.
* die Prophetin Hulda ( um 620 v. Chr.), Frau des Schallum
* die Frau des Jesaja
* Sophonia, Prophetin zur Zeit des Josia
* Hannah, eine 84-jährige Witwe, die im Lukasevangelium mit
ihrer Weissagung über Jesus zitiert wird.
Allerdings
wird bei Ezechiel 13,17 auch vor falschen Prophetinnen gewarnt,
die "aus eigenem Antrieb" auftreten und "Seelen fangen",
indem sie neben ihren Reden auch Binden für die Handgelenke
nähen, oder Hüllen für die Köpfe, und "sich
verhüllen."